DIAMANTEN – KRÖNUNG EDLEN SCHMUCKES

Bis zu 250 Tonnen Gestein müssen gefördert und bearbeitet werden, um 1 Carat Schmuckdiamanten zu gewinnen.

Diamanten entstanden vor einigen hundert Millionen Jahren im Erdmantel

in ca. 150 bis 200 km Tiefe
unter extrem hohem Druck
bei sehr hohen Temperaturen
aus kristallisiertem, reinem Kohlenstoff.

Die größten Diamant­vorkommen

Historische Diamantvorkommen waren hauptsächlich in Indien, Brasilien, Südafrika. Die heute führenden Abbauländer sind Russland, Botswana, Australien, Kanada, Südafrika, Angola, die Demokratische Republik Kongo (Zaire), Namibia usw.

Ca. 60 Prozent der geförderten Diamanten kommen nach London zu „DE BEERS“, dem Diamantensyndikat, das den internationalen Markt kontrolliert. Der Rest der geförderten Diamanten wird durch die produzierenden Länder, wie z. B. Russland, selbst vermarktet. Durch ein streng kontrolliertes Verkaufssystem verhindert De Beers auch extreme Preisschwankungen.

Unterteilung der Fundstellen

Primäre Lagerstätten

Durch vulkanische Eruption wurde diamanthaltiges Magma an die Erdoberfläche gefördert, wo die Diamanten seit hunderten von Jahren in Vulkanschloten, den „Pipes“ (engl. Röhren), gefunden werden.

Sekundäre Lagerstätten

Im Laufe der Jahrmillionen wurden durch Verwitterung die Vulkankegel abgeschliffen, die Diamanten in Flüssen, an Meeresküsten und auch im Meer abgelagert.

Diamant oder Brillant?

Der Diamant ist der Rohkristall: reiner, kristallisierter Kohlenstoff.
Ein Brillant ist ein rund geschliffener Diamant im Brillantschiff mit proportioniertem Ober- und Unterteil, 56 Facetten und einer Tafel.

Was sind „Blutdiamanten“?

Blutdiamanten nennt man Diamanten, bei deren Abbau es zu Menschenrechtsverletzungen kommt und mit deren Verkaufserlös militärische Konflikte in Afrika finanziert werden. Um den legalen Ex- und Import von Rohdiamanten zu überwachen und zu regeln, wurde in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen ein Kontrollsystem, der „Kimberley Process“, installiert. Darüber hinaus wird mit dem System der Herkunftsgarantie für geschliffene Diamanten und Diamantschmuck die konfliktfreie Herkunft von der Mine bis zum Konsumenten bestätigt.

Harte Fakten über Diamanten

Diamanten bestehen aus reinem, kristallisiertem Kohlenstoff (C).
Dieser kann in verschiedenen Modifikationen auftreten: als Graphit oder als Diamant.

Diamant ist das härteste Mineral in der Natur, nach Mohs beträgt seine Härtestufe 10, das ist ca. 140 Mal härter als der zweithärteste Edelstein, der Korund (Härtestufe 9) und über 1.100 Mal härter als Quarz (Härtestufe 7). Durch diese enorme Härte hat der Diamant einen sehr starken Glanzeffekt und durch die hohe Lichtbrechung entsteht bei einem gut geschliffenen Diamanten eine perfekte Brillanz!

Dichte: 3,42 – 3,56 g/cm³, im Schnitt 3,52 g/cm³

Diamanten­bearbeitung

Die Härte eines Diamantkristalls ist nicht auf allen Seiten gleich, dadurch ist es möglich, mit Diamantstaub, dem Schleifpulver, das „Bort“ genannt wird , andere Diamanten zu sägen, zu schleifen und zu polieren. Seit ca. 1970 wird zum Sägen von Diamanten der Laser verwendet, früher wurde der Stein gespalten.

Was ist ein Diamant-Zertifikat?

Das Diamant-Zertifikat ist eine schriftliche Bescheinigung über die Beschaffenheit (Qualität) des Diamanten. Es stützt sich auf die 4C.

Die 4C

Die 4C (Clarity, Color, Cut & Carat Weight, zu Deutsch Reinheit, Farbe, Schliff & Karat) sind die zentralen Faktoren, die bei der Bewertung eines Diamanten eine Rolle spielen. Diese vier Kriterien sind maßgeblich für die Bewertung eines jeden Diamanten. Vor dem Diamantkauf ist wichtig, sich mit diesen elementaren Begriffen der Diamant-Branche vertraut zu machen. Wenn Sie die Bedeutung der 4C kennen, sind Sie in der Lage, das Diamant-Zertifikat zu lesen und zu verstehen. Damit können Sie auch den Zertifizierungsprozess der verschiedenen Institute nachvollziehen.

Reinheit

Da der Diamant ein Produkt der Natur ist, sind Einschlüsse von mineralischer Natur sehr verbreitet; so nennt man innere Fehler. Äußere Fehler werden als Makel bezeichnet. Diese inneren und äußeren Fehler sind quasi die Muttermale des Diamanten. In vielen Fällen sind Einschlüsse oder Makel nur durch mikroskopische Vergrößerung zu erkennen und beeinträchtigen die Reinheit und Brillanz des Diamanten kaum oder gar nicht. Je mehr Einschlüsse der Diamant aufweist, desto weniger bricht sich das Licht, was sich wiederum negativ auf die Brillanz auswirkt. Diamanten, die ohne jeglichen Fehler sind, werden als lupenreine Diamanten bezeichnet. Diese komplett reinen Diamanten sind extrem selten und dementsprechend wertvoll.

Jeder Einschluss oder sonstige Makel, der sich im Inneren oder an der Oberfläche des Diamanten befindet, vermindert seine Qualität und den Wert. Bei einer Zertifizierung durch einen Gemmologen werden diese Einschlüsse und Makel in einer Grafik dargestellt und ergeben eine Art Diamant-Fingerabdruck. Dieser ist, genau wie beim Menschen, bei jedem Diamant anders. Auch die sogenannten Fancy Diamonds, farbige Diamanten, unterliegen denselben Reinheitskriterien: Je mehr Einschlüsse und Makel, desto weniger ist der Stein wert.

Farbeinteilung

Wie teilt man bei der Graduierung von Diamanten die Farbstufen ein? Die Farbskala der Diamanten geht von farblos bis gelblich, geprüft wird mit geeichten Vergleichsdiamanten (Diamant-Farbvergleichssatz). Seit einigen Jahren gibt es verschiedene elektronische Hilfsgeräte, z. B. das Coloriometer.

Gibt es Diamanten auch in anderen Farben?

Es gibt sie in allen Farben, d. h. von farblos bis schwarz, die internationale Bezeichnung für farbige Diamanten ist „Fancy Diamonds“. Die farblosen Diamanten überwiegen aber im Schmuckbereich. Fancy Diamonds können naturfarbig, synthetisch, aber auch behandelt sein!

Farbe

Wenn Sie auf der Suche nach einem Diamanten sind, beachten Sie, dass es zwei verschiedene Klassen von Diamanten gibt. Die Diamantindustrie klassifiziert Diamanten anhand verschiedener Farbskalen. Die Farbskala für weiße Diamanten reicht von komplett farblos bis zu einem gelblichen Ton. Dieser gelbliche Ton eines weißen Diamanten ist aber nicht mit dem Gelb eines Fancy Diamonds zu vergleichen. Bei den weißen Diamanten gilt: Je farbloser der Diamant, desto wertvoller ist er. Fancy Diamonds existieren in Farben wie Rot, Blau, Pink, Grün, Orange, Gelb oder Braun.

Manchmal weist ein Diamant auch mehrere Farben gleichzeitig auf. Da diese Fancy Diamonds noch seltener als weiße Diamanten sind, können sie unter gewissen Voraussetzungen mehr wert sein als ein Diamant aus der weißen Familie.

Wenn Schmuckexperten von der Farbe eines Diamanten sprechen, beziehen sie sich dabei meist auf die Transparenz oder das Fehlen von Farbe. Nur Diamanten, die zu 100 % aus Carbon bestehen und lupenrein sind, können als farblos bezeichnet werden. Fast alle Diamanten weisen jedoch auch andere Stoffe auf, wie zum Beispiel Reste von Stickstoff, Bor oder Wasserstoff. Die häufigste Ablagerung im Kristallgitter ist die Stickstoff-Ablagerung, die dem Diamant eine gelblich-bräunliche Färbung verleiht.

Schliff

Der Schliff bezeichnet die Proportionen, die Symmetrie, die Polierung und das Finish eines Diamanten. Diese Faktoren, die zusammen als Schliff bezeichnet werden, sind maßgebend für die Qualität des Diamanten. Je besser der Schliff, desto höher die Brillanz. Wenn der Diamant nicht optimal geschliffen wurde, wird das Licht nicht optimal reflektiert und somit ist die Brillanz beeinträchtigt. Der Schliff ist das einzige der vier Kriterien, welches von Menschenhand und nicht von der Natur beeinflusst wird.

Schliffqualität

Erst der Schliff macht aus einem unscheinbaren Rohkristall einen brillierenden, funkelnden Edelstein. Ein schlecht geschliffener Diamant hat keine gute Brillanz, kein Feuer, er wirkt tot. Er müsste natürlich wesentlich billiger verkauft werden, aber das weiß leider nur der Fachmann.
Die Schliffqualität bezieht sich immer auf zwei Kriterien:
Schliffproportionen: exxzellent, sehr gut, gut, mittel, gering
Politurgüte: exzellent, sehr gut, gut, mittel, gering
Für die innere Spiegelung des Lichtes ist eine genaue Einhaltung der Schliffproportionen sehr wichtig!

Am häufigsten wird der Diamant im Brillantschliff geschliffen, da hier das Maximum an Brillanz aus dem eher unscheinbaren Rohkristall herausgeholt werden kann. Der Brillantschliff ist rund, mit genau vorgegebenen Proportionen von Ober- und Unterteil, einer matten bzw. facettierten Rondiste, exakt mit 56 Facetten und einer Tafel geschliffen.
Dieser neue Brillantschliff wird seit 1916 verwendet. Diamanten, die davor geschliffen wurden, nennt man „Altschliff-Diamanten“, sie sind meist nicht symmetrisch, haben eine kleine Tafel und besitzen hohe Ober- bzw. Unterteile.

Karat

Das Gewicht eines Diamanten wird in Karat ausgedrückt, dabei entspricht 1 Karat 0,20 Gramm. Der Begriff Karat leitet sich vom griechischen Wort „kerátion“ ab. Die getrockneten Samen das Johannesbrotbaums (Ceratonia siliqua) wurden bereits im Mittelalter als Maßeinheit in Apotheker- und Juwelierkreisen verwendet. Laut einer Legende war man der Meinung, dass das Gewicht eines getrockneten Samenkorns der Johannesbrotfrucht immer genau 0,2 Gramm beträgt. Die heutige Wissenschaft hat dies jedoch widerlegt und vermutet daher, dass die Menschen früher lediglich eine Auswahl an Kernen mit sehr ähnlichem Gewicht als Maß einsetzten.

Entgegen der landläufigen Meinung entspricht das Karat Gewicht nicht zwangsläufig der Größe des Diamanten. Ein Karat entspricht 0,20 Gramm. Das Karat wird ebenfalls in 100 Punkte unterteilt. Ein Diamant von 0,75 Karat entspricht dabei einem Diamanten von 75 Punkten und auch einem Diamanten von 3/4 Karat. Große Diamanten sind seltener als kleine und somit wertvoller. Aber vergessen Sie nicht die anderen drei Faktoren miteinzubeziehen, um den wirklichen Wert bestimmen zu können!

Karat und das Gewicht

Die internationale Maßeinheit ist das Carat:
1 Carat = 0,20 Gramm; 5 Carat = 1 Gramm

Kleinstbrillant: 0,01 – 0,02 ct
Kleinbrillant: 0,03 – 0,05 ct
Mêlée: 0,06 – 0,14 ct
Viertelcaräter: 0,24 – 0,28 ct
Halbcaräter: 0,48 – 0,55 ct
Dreiviertelcaräter: 0,74 – 0,79 ct
Eincaräter: 1,00 – 1,15 ct
Zweicaräter: 2,00 – 2,15 ct usw.

Warum hat das Gewicht beim Diamanten eine so große Bedeutung?
Je größer der Diamant, umso seltener und auch teurer ist er!
Der Preis eines Diamanten wird immer pro Carat angegeben, wobei der Preis überproportional steigt.

Proportionen

Die Proportionen können vom geübten Fachmann visuell geschätzt bzw. mit dem Schliffprojektor zu 100 % ermittelt werden.

Bei kleiner Massenware von 0,01 ct bis 0,05 ct werden manchmal auch vereinfachte, billigere Diamantschliffe verwendet.

Unterschieden wird zwischen den folgenden Proportionen:
Achtkant: rund mit 16 Facetten und einer Tafel
Swiss Cut: rund mit 32 Facetten und einer Tafel (selten verwendet)
Beide sind einfacher zu schleifen (heute maschinell) und dadurch billiger als der Brillantschliff, sie haben eine auffällig geringe Brillanz.

Investition in Diamanten?

Diamanten sind der höchste Wert auf kleinstem Raum, steigen langfristig im Wert, sind aber kein Spekulationsobjekt, es gibt keine schnellen Gewinne.
Sie sind eine gute Wertsicherung, aber Sie müssen Zeit haben. Wenn Sie gestern einen Diamanten erworben haben und ihn morgen verkaufen müssen, machen Sie mit Sicherheit einen Verlust.
Wenn Sie aber einen Teil Ihres Vermögens auf zehn bis fünfzehn Jahre stilllegen können, sieht die Sache wieder anders aus. Aber auch dann sollten Sie den Stein nicht aus einer Notlage heraus verkaufen. Eines gilt immer: Der Preis folgt dem Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Glasstein oder Diamant?

Künstliches Glas ist die häufigste Steinimitation, es wird seit vorchristlicher Zeit verwendet. Glas ist ein von Menschenhand durch einen chemischen Vorgang hergestelltes, nicht kristallisiertes, anorganisches Material.

Die einfachsten Erkennungs- und Hilfsmerkmale mit der Lupe sind:
Luftblasen und Schlieren, sofern solche vorhanden sind
keine Brillanz und kein Feuer
muschelige Bruchstellen
poröse Rondisten und Flächen

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